Zu Zeiten der alten Römer lag der Dreh- und Angelpunkt der Viehzüchter und Händler im Raum um Rottweil. Hier befand sich wie auch heute noch der größte Viehmarkt der Umgebung. Um die großen Herden zum Markt, ins Feld oder in den Stall zu treiben, benötigten die Menschen große, kräftige Hunde. Diese sollten die Herde nicht hüten, sondern sie ausschließlich auf dem Weg treiben. Und dabei Huftritten und Bullenköpfen ausweichen zu können, sollten die Hunde wendig und flink.

Außerdem sollten die Vierbeiner ihren menschlichen Gefährten beschützen. Als das Treiben der Herden mit Hunden immer weniger wurde, setzte man den bis dato gezüchteten Hundetyp vermehrt zum Bewachen der Häuser und Höfe ein. Dem Berufsfeld der Metzger bot sich der Rottweiler immer mehr an, denn sie hatten in ihm nicht nur einen guten Wachhund für Haus und Familie, sondern auch noch einen Treiberhund für ihr Schlachtvieh. Gleichzeitig konnte der charakterstarke Hund problemlos das auf dem Viehmarkt eingenommene Geld in einem Tierdarm um den Hals gebunden nach Hause transportieren, ohne dass es gestohlen werden konnte. So bekam die Rasse ihren Namen: Rottweiler Metzgerhund. Die Metzger und Viehtreiber züchteten ihn ausschließlich auf Leistungsstärke, denn der Hund war zum Arbeiten da. Im Laufe der Zeit entstand so ein vorzüglicher Gebrauchshund, der sogar zum ruhigen Ziehen von Fleischerkarren eingesetzt werden können.

Seit 1911 wird der Rottweiler offiziell auch als Diensthund im Polizeiwesen genutzt. Als eine der acht Gebrauchshunderassen ist der Rottweiler bestens zur Arbeit als Suchhund oder im Sicherheitsdienst geeignet. In den beiden Weltkriegen wurde die Zahl der zuchtfähigen Rottweiler extrem dezimiert, da die Tiere leider sehr oft zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Der 1907 gegründete Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub trug unter dem Verband für das Deutsche Hundewesen seinen Teil dazu bei, die Rasse wieder aufzubauen. Inzwischen hat der Rottweiler seine ursprüngliche Aufgabe, den Viehtrieb, größtenteils verloren. Als Wachhund ist er auch heute noch gerne eingesetzt, der Trend geht jedoch zum Sport- und Familienhund. Dadurch wandelte sich auch das Äußere des Rottweilers: Die Rasse wurde insgesamt kräftiger. Nichtsdestotrotz ist der Rottweiler auch heute noch ein sehr guter Gebrauchshund, der als einer von acht Rassen im VDH noch eine Arbeitsprüfung zur Zuchttauglichkeit absolvieren muss. Dies gewährleistet ein festes Wesen und einen typischen Rassevertreter. Seit 1998 darf der Rottweiler endlich nicht mehr an der Rute kupiert werden, was unserer Rasse einen ganz neuen, eleganten und natürlicheren Ausdruck gegeben hat.